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Meisterschaft ist ein sich bewegendes Ziel

(c) Cass Magda 2000

 

Die falschen Fragen lauten: „Was ist die Bedeutung meines Lebens und Lernens wenn ich ein Meister werde? Wann werde ich „es“ sein?“

Die Frustration des Kampfkünstlers im Training kommt von fehlenden Antworten auf diese Fragen.

Vielmehr sollte die Frage lauten: „Was ist die Bedeutung meines Lebens und Trainings heute, JETZT, bevor es soweit ist, daß ich ein Meister werde.“

In diesem Sinne, einige Punkte zum nachdenken:

1.      Du erlangst das schwer erreichbare „es“ bevor du ein Meister wirst. „Es“ zu erreichen verlangt nach einer neuen Einstellung. Du hast noch nicht das Können, jedoch befindest du dich auf dem Wege dorthin. Du erlangst den Geist zuerst danach das Können und das Wissen. Konzentriere dich auf die Dinge die du schätzt in deinem lernen und trainieren. Du befindest dich nicht im Wettkampf, du bist der einzige Spieler. Im Solitär Spiel gibt es keinen Gegner den man bezwingen kann. Während du dich auf diesem Pfad befindest öffnet sich der spirituell-philosophische Weg für dich und du erhältst einen Geschmack von der Kraft deines unsichtbaren selbst. Du findest heraus das Kampfkunst Training ein Spiel ist welches du mit dir selbst spielst.

 

2.      Vertraue in dich selbst – Für dich selbst bist Du der einzige Guru. Wenn du Buddha in einer Kampfkunst Schule begegnen solltest, töte ihn! Warum? Weil du der einzige Guru bist den du je benötigen wirst. Keine externe Autorität kann dir echte Bedeutung geben. Natürlich erleuchten unsere Lehrer den Weg und wir sollen die Kampfkunsttraditionen respektieren. In diesem Prozeß müssen wir jedoch unseren eigenen Verstand und unsere eigene Intuition benutzen. Stile, Systeme und Methoden helfen uns nur bis zu einem gewissen Punkt bevor das Individuum genug über sich selbst herausfindet, um zu wissen was „das Beste“ ist. Buddha sagt: “Glaube an nichts, egal wo es steht oder wer es geschrieben hat, sogar wenn ich es gesagt hätte, bevor es nicht mit deinen Gründen und gesunden Menschenverstand übereinstimmt.“

 

3.      Schließe Frieden mit deinen inneren Feinden. In seinem Buch „Der Prophet“ erklärt Khalil Gibran: „Segne die Dunkelheit, wie du das Licht segnest.“ Umarme die Schwierigkeiten deines Trainingsprozesses wie du deine Erfolge feiern würdest. Es wird immer Probleme auf dem Wege geben. Akzeptiere es. Stell dich den Schwierigkeiten, höre auf Schuldige und Ausreden zu suchen. Der berühmte Philosoph James Allen bemerkt hierzu: „Umstände erschaffen nicht den Mann, sie enthüllen ihn. Deine Probleme werden deine besten Lehrer sein.“

 

4.      Es ist nicht besonderes ein Meister zu sein. Meister des Zen erinnern uns, daß weder Erleuchtung noch Meisterschaft in den Kampfkünsten was besonderes sind. Die alten Meister sagen: „Bevor du ein Meister wurdest trägst du Wasser und hackst Holz. Nachdem du ein Meister bist trägst du Wasser und hackst Holz“. Die meisten Kampfkunst Meister leben ein sehr normales Leben. Sie prahlen nicht mit ihrem Können und leben mit einem starken Verantwortungssinn  für die Welt um sie herum. Diese Meister sind überraschenderweise einfache Menschen. Ein Meister zu sein ist „nichts besonderes“. Die alten Meister sehen sich selbst stets als Anfänger mit offenem Geist für die Erfahrungen aller momentanen Abenteuer des Lebens und allen neuen Dingen die es zu lernen und zu genießen gibt. Mit den Worten von Georg Leonard: „Meisterschaft ist nicht die Perfektion, sondern vielmehr eine Reise und der wahre Meister muß willens sein trotz Rückschlägen es immer wieder aufs neue zu versuchen.“ Lernen selbst wird zu einer Kunst. Das Erleben der Kampfkünste ist ein sich bewegendes Ziel. Gerade wo du fühlst „es“ erreicht zu haben, bewegt sich das Ziel wieder. Manche sagen auch gerne „es“ hat sich verändert. Die Einstellung des Anfängers ist fixiert auf die Technologie, die einzig wahre, die alle Lösungen birgt für den nicht enden wollenden Strom von Herausforderungen in den Kampfkünsten.

 

Darum sorge dafür, daß du selbst dir die richtigen Fragen stellst. Wie wäre es zum Anfang mit: „Was bedeutet mein Training für mein Leben heute, genau jetzt in diesem Augenblick.“